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Schwäbische Temperaturbezeichnungen


...... bevor die heissen / kalten Tage zu Ende gehen, kommt noch etwas zum Schmunzeln:

 Hallo miteinander,

die aktuellen Temperaturen sind übrigens ein gutes Thema, um wieder mal auf die Überlegenheit der schwäbischen Sprache (!) hinzuweisen.
In den üblichen Wetterberichten lesen wir aktuell nämlich immer nur davon, dass es heiß sei oder
extrem heiß, worunter der Amateurkoch 220 Grad verstehen würde und der Physiker ein paar tausend Kelvin.

Mit solchen Ungenauigkeiten kommen wir Schwaben nicht weiter.
Für den Homo swaebensiensis gibt es eine klare Hierarchie der Temperaturen.

Fangen wir, zum warm-up, unten an:

Froschtig - Saukalt - Kalt - sind weniger an der tatsächlichen Temperatur als an der gefühlten
Temperatur festzumachen.

"ieberschlaga" macht sich auch an den allgemeinen Temperaturen der augenblicklichen Jahreszeit fest, kann also im Herbst oder Frühjahr eine volkommen andere Temperatur als z.B. im Sommer oder Winter bedeuten.

Von 20 bis etwa 25 Grad herum ist es bestenfalls " ieberschlaga ", also
"agnehm temberierd".

Bei 27 Grad nähern wir uns dem Bereich " mollich warm " - ein Temperaturbereich, der im Sommer die Terrasse und im Winter die bärig geheizte Stube so überaus angenehm macht.

So von 30 Grad an ist im Schwäbischen die Bezeichnung " bollenwarm " erlaubt bzw.
angebracht,  um den Sachverhalt präzise anzugeben.

Zwischen 32 und 36 Grad ist es nach alter schwäbischer Väter Sitte
" grad recht wia"s Wildbad "
;  denn die Wildbader Thermen entsprechen genau dieser Norm.
Bei diesen Temperaturen fängt übrigens auch der trockenste Schwabe an, leicht zu transpirieren,
vor allem wenn feuchte Luft das Klima "dempfich" macht.
Aber das ist noch nicht alles.

Denn von 37 Grad an dürfen selbst schwäbische Damen der besseren Gesellschaft ungestraft den
Begriff  " saichwarm " in den Mund nehmen - um so die rustikalere Version
" warm wia Sausaich "  zu vermeiden.

Und alles, was um die 40 Grad pendelt, heißt hier zu Lande " briahwarm ", weil die Brühe nun
auch dem Schwaben in Strömen über seinen "Ranzen" läuft.

Frühestens von da (!) an gibt es Anlass, das Adjektiv "hoiß" zu benützen.
Denn wie überliefern uns die schwäbische Mütter seit Generatioen: " Hoiß isch`s erscht, wenn`s  Heahle ( Achtung Preußen: das Huhn ) gsottene Oier legt."

Und darauf warten wir bisher vergeblich, denn dann wäre es ja " donderschlächtich, wenn nicht jeesesmäsich, ja geradezu obacha hoiß "
( übliche, schwäbische Steigerungsformen ).

Erst jetzt würde der Schwabe, so er hat, in seinen Suderrai steigen ( für die Nichtschwaben: in sein Untergeschoss ), um sich abzukühlen.

Also nutzt diesen Sommer für den Biergarten!


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