30.01.2008
Königliches Kurtheater:
Sanierungs-
und Umbauarbeiten voraussichtlich 2010 abgeschlossen
Vor
wenigen Wochen hat der zweite umfangreiche Bauabschnitt am „Königlichen
Kurtheater“ in Bad Wildbad begonnen. Zwei eingeschossige Anbauten an den Längsseiten
des Theaters, zur Kernerstraße und zur Enz, sollen – zumindest im Rohbau – bis
Ende Mai fertiggestellt werden. Mit Mitteln der Denkmalstiftung Baden-Württemberg in
Höhe von 556.000 Euro entsteht zur Kernerstraße eine Cafeteria bzw. ein Wintergarten mit
rund 100 qm Fläche. Zur Enz werden besondere Räumlichkeiten wie Toiletten, auch für
Behinderte, Funktionsräume sowie ein fast direkter Zugang vom Orchestergraben auf die
Bühne gebaut. Gerade dieser Zugang fehlte bisher, so dass die Dirigenten – im
vergangenen Jahr war es auch Maestro Alberto Zedda – aus dem Orchestergraben quer
durch den Zuschauerraum, im Freien um das Theatergebäude herum und durch den
rückwärtigen Bühneneingang „wandern“ mussten, bis sie auf der Bühne den
Beifall der Besucher entgegen nehmen konnten.
Für den Bau der Cafeteria werden an der Frontseite die noch vorhandenen Gusssäulen des
vor Jahrzehnten abgebrochenen Anbaus wieder verwendet. Die gesamte Cafeteria wird verglast
und ist dann sowohl durch einen Eingang vom Trinkhallenplatz her, als auch vom Theater her
mit vier Zugängen erreichbar. Die Cafeteria soll nicht nur bei Theateraufführungen
be-nutzbar sein, sondern ebenso bei Feiern, Vereinsfesten, Betriebsjubiläen oder anderen
festlichen Veranstaltungen.
Das Flachdach über der Cafeteria ist zukünftig während der Vorstellungspausen von der
Galerie her begehbar und wird mit den ebenfalls noch vorhandenen Gussgeländern versehen.
Gleichzeitig werden die bisher provisorischen Seitenwände im Erdgeschoss des
Theater-Zuschauerraums vollends fertiggestellt. Bauherr dieser zweiten Baumaßnahme nach
dem 2005 abgeschlossenen ersten Bauabschnitt ist wiederum der Förderverein Kurtheater
e. V.
Dessen Vorsitzender Dr. Eckhard Peterson freut sich, dass nicht nur die derzeit laufende
Maßnahme finanziell gesichert ist, sondern ebenso auch der im Herbst – nach dem
Rossini-Festival – beginnende dritte umfangreichere Bauabschnitt, der bis zum Jahr
2010 währt und die Gesamtmaßnahme abschließt. Dies bedeutet, dass im kommenden Jahr
2009 das Kurtheater für „Rossini“ nicht zur Verfügung steht.
Im dritten Bauabschnitt wird der Fußboden des Zuschauerraums um etwa 50 cm angehoben, so
dass er auf dem gleichen Niveau wie die bisherigen seitlichen Podeste und damit absolut
behindertenfreundlich ist. Das bisher wenig attraktive Foyer wird ebenfalls fertiggestellt
und mit Publikumsgarderoben versehen, wobei die bisherigen noch vorhandenen
Garderobenständer wieder verwendet werden könnten. Eine weitere Baumaßnahme erfährt
das Bühnenhaus, das bis jetzt ebenfalls nur provisorisch bespielbar ist. Hier müssen
neben der Technik auch die Künstlergarderoben sowie die sanitären Einrichtungen erneuert
werden. Das Bühnenhaus soll dann voll funktionsfähig sein und u. a. auch mit einer
Sprinkleranlage versehen werden. Im vergangenen Jahr wurde bereits der „Eiserne
Vorhang,“ ein riesiges Metall-Rolltor als Feuer- und Wärmeschutz zwischen Bühne und
Zuschauerraum eingebaut. Auch die Mittel für den dritten Bauabschnitt sind bereits
zugesagt.
Wurden im ersten Bauabschnitt (2002-2005) rund 1,8 Mio. Euro verbaut, so rechnet man für
den dritten Abschnitt (2008-2010) eine knappe Million Euro an Kosten. Die Mittel für
diesen dritten Bauabschnitt sind bereits fest zugesagt und werden bei Bedarf über
„Zuwendungsverträge“ zur Verfügung gestellt. Außerdem liegen alle
Baugenehmigungen vor, welche auch die denkmalschutzrechtlichen Genehmigungen
einschließen, denn seit 2002 ist das Kurtheater im Denkmalbuch Baden-Württemberg als
„unbewegliches Kulturdenkmal“ eingetragen.
Froh ist Dr. Peterson, dass das Amt Vermögen und Bau, Pforzheim, unter der Projektleitung
von Dipl. Ing. Anita Beck-Hollmann gemeinsam mit Architekt Stephane Clasen die gesamte
Baubetreuung übernommen hat.
Die Gelder für die Wiederherstellung und Bespielbarkeit des Kurtheaters kommen aus
verschiedenen „Töpfen.“ Beteiligt sind dabei das Landesdenkmalamt
Baden-Württemberg, Außenstelle Karlsruhe, die Landesstiftung sowie die Denkmalstiftung
Baden-Württemberg, außerdem die Deutsche Denkmalstiftung, selbstverständlich die Stadt
Bad Wildbad, der Förderverein selbst sowie private Sponsoren.
Nach acht Jahren Bauzeit, so hofft Dr. Peterson, soll dann das „K. Kurtheater“
in neuem „alten Glanz“ für die Rossini-Saison 2010 uneingeschränkt zur
Verfügung stehen. Eine Riesenaufgabe für den Förderverein wäre dann abgeschlossen.
Dann gilt es, das „K. Kurtheater“ mit attraktiven Veranstaltungen für Besucher
und Einwohner regelmäßig zu bespielen, eine besonders wichtige Aufgabe!