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Wildbad

Wappen BW

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Wildbader Anzeigenblatt - Druckerei Eisele -

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Wirtshausschild ohne Wirtshaus

Man sieht etwas, ohne es zu bemerken. Klingt seltsam, ist aber durchaus möglich.
Bestes Beispiel: ein Wirtshausschild an unpassender Stelle. So in Bad Wildbad am Beginn der Fussgängerzohne Wilhelmstrasse beim Kurplatz. Da ragt ein auffallendes und farbenprächtiges Wirtshausschild mit einem vergoldeten Ochsen über den Gehweg, aber die entsprechende Gaststätte "Zum Ochsen gibt es nicht - mehr.
Machen wir einen Schritt um 120 Jahre zurück, in die 1880er Jahre. Auf einer Postkarte sieht man die nördliche Seite des Kurplatzes mit dem Hotel Frey, später Hotel Post, dem in alten Stil, mit einem Mansarde-Dachstock erbauten Funk`schen Eckhaus sowie dem Hotel Garni Keim, der das Hotel 1897 an Gustav Schmid und den Schlossermeister Karl Bätzner verpachtet hatte.1905 kaufte Gustav Schmid das Hotel.

Im "Fremdenführer für Wildbad"  des Jahres 1911 findet sich eine Anzeige des "Hotel Schmid zum goldenen Ochsen" mit "gutbürgerlichem Restaurant und dem elegantesten Cafe der Stadt". Das Cafe war die ehemalige Speisewirtschaft der von Gustav Schmid 1880 geehelichten Witwe Luise Gerlach geb. Geldreich. 1906 wurde diese Wirtschaft durch einen Übergang mit dem Hotel Ochsen verbunden und zu einem Cafe am Kurplatz umgebaut.
Zurück zum nun geklärten Wirtshausschild. Es sieht wirklich  prachtvoll aus. Ein vergoldeter Ochse mit aussergewöhnlich langen Hörnern schaut auf die vorbeieilenden hinunter. Im gusseisernen Unterbau des grünen Schildes, das mit goldenen Knaufs und einem roten Tuch verziert ist, sieht man einen fröhlichen Zecher mit dunkelgrüner Hose, hellgrünem Hemd und einer roten Jacke, auf dem Kopf ein Schlapphut, in der einen Hand einen grossen Krug, in der anderen ein volles Glas mit rotem Wein.
Besser könnte ein Schild gar nicht für ein Gasthaus passen.
Und wie ging es mit dem Ochsen weiter? Nun die Folgen des ersten Weltkrieges waren für Wildbad ähnlich denen an anderen Orten, die Familie Schmid konnte mangels Gästen den Ochsen nicht mehr halten, das Cafe Schmid dagegen wurde weiter betrieben, bis 1962. Neuer Verwalter des Ochsen wurde der Notar Baur, der hier vorrübergehend das Hotel Baur führte. 1938 pachtete dann die Familie Keppler den Ochsen, Sohn Egon Keppler übernahm 1954 das Hotel und wirtschaftete hier bis 1972.
Dann war entgültig Schluss mit dem Hotel- und Restaurantbetrieb.

Ende der 70er Jahre wurde die gesamte Nordflanke des Kurplatzes - unter anderem Hotel Ochsen, Cafe Schmid, altes Rathaus sowie weitere Gebäude der Uhlandstrasse, alle aus der Mitte des 19. Jahrhunderts - abgebrochen und neu bebaut (heutige Uhlandstrasse 5-11).
Das Wirtshausschild zum goldenen Ochsen wurde als kleine Erinnerung an frühere Zeiten wieder angebracht und führt den Zusatz "Orthopädie, Therapie-Zentrum".
Speisen und übernachten kann man also hier nicht mehr, aber für die Gäste und die Einheimischen wird hier in anderer Weise gesorgt.

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Wirtshausschild - Hotel Ochsen Foto - Wildbader Anzeigenblatt

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Ein Wirtshausschild ohne Wirtshaus ca. 1910   Wildbad - Hauptstrasse

Heute Bad Wildbad - Wihelmstrasse
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